Urlaub für Menschen mit einem Handicap an der Ostsee

Themenübersicht

Rollstuhl am Ostseestrand
Barrierefreier Urlaub am Ostseestrand – Tipps zum Thema

Die Urlaubsorte an der deutschen Ostseeküste haben sich in den vergangenen Jahren immer weiter auf die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap eingestellt. So werden behindertengerechte Angebote, Aktivitäten und Unterkünfte stetig erweitert und ausgebaut. Insbesondere mobilitätseingeschränkte Menschen können in vielen Orten einen nahezu barrierefreien und erholsamen Rollstuhlurlaub genießen. Auf dieser Seite finden Sie verschiedene Informationen rund um die Themen Unterkünfte, Strände, Aktivitäten, sowie Tipps und Informationen für einen barrierefreien Urlaub. Wer sich auch über die barrierefreien Angebote an der Nordsee informieren möchte, findet alles Wissenswerte unter Rollstuhlurlaub an der Nordsee.

Anforderungen an eine barrierefreie Unterkunft

Die Vermieter von Ferienwohnungen und Ferienhäusern an der Ostseeküste stellen sich zunehmend auf Gäste mit Mobilitätseinschränkungen ein. Das barrierefreies Reisen immer mehr berücksichtig wird ist zu erkennen, jedoch ist die Nachfrage meist höher, als das Angebot an barrierefreien Unterkünften. Es empfiehlt sich rollstuhlgeeignete Objekte frühzeitig zu buchen, da diese während der Hauptsaison auf Grund ihrer begrenzten Anzahl oftmals noch schneller ausgebucht sind, als andere Objekte. Heute stehen sowohl auf den Inseln Rügen und Usedom als auch entlang der Festlandküste rollstuhlgerechte Ferienwohnungen für Urlauber bereit.

Merkmale einer optimalen rollstuhlgerechten Ferienwohnung:

  • Breiter Eingangsbereich und breite Türen
  • Befestigter Zugang zur Ferienwohnung
  • Ebenerdige Gestaltung
  • Badezimmer mit ebenerdiger Dusche (teilweise mit Einstiegshilfen)

Schauen Sie in der jeweiligen Objektbeschreibung, ob die Unterkunft alle für Sie relevanten Kriterien erfüllt. Da nicht zwingend alle rollstuhlgeeigneten Wohnungen auch rollstuhlgerecht, behindertengerecht bzw. barrierefrei sind, sollte genau auf die Angaben im Inserat geachtet werden. Dabei ist zwischen den genannten Begrifflichkeiten zu unterscheiden.

Häufig wird das Wort „rollstuhlgeeignet“ verwandt, was zwar grundsätzlich die Befahrbarkeit der Wohnung garantiert, jedoch nicht zwangsläufig eine ebenerdige Dusche oder Haltegriffe voraussetzt.

Es gibt für die Begrifflichkeiten rollstuhlgerecht und barrierefrei DIN-Normen, die nicht unserem ‚rollstuhlgeeignet‘ entsprechen.

Bei als rollstuhlgeeignet gekennzeichneten Wohnungen soll einem Rollstuhlfahrer der Aufenthalt generell möglich sein.

Prinzipiell gilt, dass eine rollstuhlgerechte Wohnung viel höhere Ansprüche hat, als eine rollstuhlgeeignete Wohnung. So reicht es nicht aus, wenn Rollstuhlfahrer alle zur Wohnung gehörenden Räume befahren können, sie muss auch von fremder Hilfe weitgehend unabhängig nutzbar sein. Dementsprechend geht es dabei auch um die Höhe der Waschbecken, der Arbeitsflächen, der Größe des Parkplatzes und ähnlichem. Dies kann leider bisher in den wenigsten Ferienwohnungen gewährleistet werden.

Rollstuhlgerechte Aktivitäten und Angebote an der Ostsee

Selbstverständlich können auch Menschen im Rollstuhl oder mit Handicap an der Ostseeküste viele Ausflüge unternehmen. So sind beispielsweise die zahlreichen Seebrücken, die eine fantastische neue Sichtweise auf den Badeort und die Ostsee geben, prinzipiell rollstuhlgerecht zugänglich.

In der Informationskarte können Sie sich über touristische Freizeitangebote speziell für mobilitätseingeschränkte Menschen informieren.

Symbole:

  • Touristeninformationen und allgemeine Informationen zu der Region sind mit einem i gekennzeichnet
  • Behindertengerechte touristische Angebote und Aktivitäten sind mit einem Rollstuhl gekennzeichnet
  • Barrierefreie Strandzugänge sind mit einer Welle gekennzeichnet
  • Ausleihmöglichkeiten von Sand- und Wasserrollstühlen sind mit einer Sonne gekennzeichnet.

Wenn Sie auf „+“ oder „-„ in der linken Ecke der Karte klicken, wird die Karte größer bzw. kleiner dargestellt.

Strand- und Wasserrollstühle

Das Meer und die weiten Strände laden den Ostsee-Besucher zum Spazieren und Schwimmen gehen ein – aber was ist mit den Besuchern, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind?

Mittlerweile bieten immer mehr Urlaubsorte Strand- und Wasserrollstühle an. Mit Hilfe großer Reifen sorgen Strandrollstühle dafür, dass sich der Fahrer auf dem Sand bewegen kann. Hierfür ist der Fahrer jedoch vorwiegend auf Hilfe angewiesen, da die meisten Rollstühle nicht vom Fahrer selbst bewegt werden können.

Wasserrollstühle hingegen sind für das Schwimmen im Wasser gedacht. Um dies in einem Rollstuhl zu ermöglichen, sind die großen Reifen und Armlehnen mit Luft gefüllt, sodass ein Untergehen verhindert wird.

An folgenden Urlaubsorten der Ostsee gibt es die Möglichkeit zur Nutzung von Strand- und Wasserrollstühlen:

  • Baabe
  • Burgtief
  • Eckernförde
  • Hohwacht
  • Kalifornien bei Schönberg
  • Laboe
  • Lubmin
  • Neustadt
  • Niendorf
  • Scharbeutz
  • Schönberg
  • Sierksdorf
  • Zingst

Die genauen Orte und zusätzliche Informationen entnehmen Sie bitte der obigen Karte. Durch einen Klick auf das Sonnen-Symbol, welches für Strand- und Wasserrollstühle steht, werden weitere Informationen zur jeweiligen Ausleihstation angezeigt.

Tipps für Aktivitäten zu Land und zu Wasser

An der Ostseeküste kann jeder viel Spaß bei Aktivitäten an Land und auf dem Wasser haben. Wenn eine kleine Pause oder Abwechslung vom Strand gesucht wird, bieten zahlreiche Ortschaften an der Ostsee viele Alternativen an. Öffentliche Parks und freistehende Denkmäler sind immer eine Erkundung wert und meist für jeden zugänglich. Wir stellen Ihnen ein paar Alternativen vor, die neben den öffentlich zugänglichen Sehenswürdigkeiten, eine abwechslungsreiche Möglichkeit darstellen. Es gibt natürlich noch zahlreiche weitere barrierefreie Attraktionen, viele sind auf der Karte ersichtlich.

Zu Land

Das Deutsche Meeresmuseum

Das Meeresmuseum und das Ozeaneum in Stralsund sind beide barrierefrei zugänglich. Personen mit einem Schwerbehindertenausweis erhalten in diesen Museen eine Ermäßigung auf den Eintrittspreis.

Der Hansapark

Der große Freizeitpark in Sierksdorf bei Lübeck versucht viele Attraktionen auch für Menschen begehbar zu machen, die auf barriefreie Wege bzw. Einstiege angewiesen sind. So können zahlreiche Fahrgeschäfte auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden, solange diese nicht gegen die Vorschriften und DIN-Normen verstoßen. Eine genaue Auflistung und Infos darüber sind separat unter der Handicap-Seite vom Hansapark ersichtlich. Auch hier gibt es eine Ermäßigung auf den Eintrittspreis für Personen mit Schwerbehindertenausweis, für Gäste mit Schwerbehinderten-Ausweis „B“ oder „H“, für Rollstuhlfahrer mit Schwerbehinderten-Ausweis hingegen ist der Eintritt frei.

Sealife Timmendorfer Strand

Das Sealife in Timmendorfer Strand ist durchgängig barrierefrei. So können alle Besucher die zahlreichen Meeresbewohner bewundern und vieles über die Tierwelt lernen. Eignet sich besonders gut für Familien und Meerestier-Begeisterte.

Zu Wasser

Museumsschiff des IGA-Parks in Rostock

Das Schiff ist zu großen Teilen auch rollstuhlgerecht ausgebaut und begehbar. Für das Museumsschiff gilt aufgrund des Fahrstuhls eine Erreichbarkeit fast aller Museumsbereiche. Wegen der baulichen Gegebenheiten sind folgende Bereiche nicht barrierefrei zugänglich: die Besichtigung des Maschinenraumes, die Ausstellungen zur Geschichte der Häfen und zum Seeflugwesen, sowie die originalen Schiffsräume in den vorderen und hinteren Aufbauten (wie Kommandobrücke oder Schiffshospital). Menschen mit Behinderungen erhalten hier die Möglichkeit, den IGA-Park sowie das Museum zu einem reduzierten Eintrittspreis (Behinderte mit Eintrag „B“ oder „H“ im Ausweis) zu besichtigen.

Die MS „Ostseebad Rerik“

Dieses Schiff ist über einen Rampe auch für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Rollstuhlfahrer können sich auf dem Achterdeck sowie Unterdeck in den Salons frei bewegen, der Besuch des Sonnendecks ist für Rollstuhlfahrer leider nicht möglich. Eine Ermäßigung für Personen mit Behinderung gibt es nicht.

Dieses sind nur ein paar Beispiele für mögliche Ausflugsziele an der Ostsee.

Genauere Informationen zu den einzelnen Urlaubsorten werden gerne in den örtlichen Tourismusstellen gegeben und Sie werden bei Ihrem Rollstuhlurlaub unterstützt. Weitere Aktivitäten können auch der obigen Karte entnommen werden.

Allgemeine nützliche Tipps für den Ostseeurlaub

Damit während des Urlaubes die freie Zeit optimal genutzt werden kann, ist es sinnvoll, sich schon im Vorfeld des Urlaubes zu informieren. Eine App-Empfehlung von uns ist wheelmap, eine interaktive App, die sich durch Eintragungen anderer Nutzer stetig weiterentwickelt. Dort werden Objekte, Aktivitäten und vieles mehr angezeigt und kategorisch nach dem Grad der Barrierefreiheit bewertet.

Anreise mit der Bahn

Die Deutsche Bahn versucht Menschen mit einer Gehbehinderung weitestgehend zu unterstützen. So werden für Reisende, die ein „G“ in Ihrem Schwerbehindertenausweis vorweisen, ein Gepäcktransport von Haus zu Haus (auch ins europäische Ausland), sowie Krankenfahrstühle und andere orthopädische Hilfsmittel bis maximal 100 kg unentgeltlich befördert. Für den Ein- und Ausstieg stehen die Bahnmitarbeiter natürlich gerne zur Verfügung. Auch sind geeignete Sitzplätze oder Stellflächen direkt durch die Mobilitätsservice-Zentrale der Bahn buchbar. An manchen Bahnhöfen der Bahn gibt es günstigere oder teilweise kostenfreie Parkplätze für Autos von Menschen mit einem entsprechenden Ausweis. Weitere und ausführliche Informationen, sowie eine Telefonnummer erhalten Sie direkt auf der Seite der Deutschen Bahn.

Fortbewegungsmittel in den Urlaubsorten

Viele Busse entlang der Ostseeküste sind Niederflurbusse, die einen erleichterten Einstieg in die Busse mit dem Rollstuhl, Kinderwagen oder einer Gehhilfe ermöglichen. Abgesehen von den Gegebenheiten im Bus, sind auch die Haltestellen unterschiedlich beschaffen. Erkundigen Sie sich also vorab beim Busfahrer oder dem Beförderungsunternehmen, welche der Haltestellen in der Umgebung einen barrierefreien Einstieg ermöglicht.

Mögliche Befreiung von der Kurtaxe

Für zahlreiche Menschen mit einem Behinderungsgrad von 50 % und mehr sowie Menschen mit einer Erwerbsminderung von 100 %, gibt es ermäßigte Kurabgaben. Von der Kurtaxe befreit sind in vielen Orten Schwerbehinderte (ab 100 %) und die eingetragenen Begleitpersonen. Inwieweit die Kurabgabe ermäßigt oder nicht zu entrichten ist, schwankt von Urlaubsort zu Urlaubsort stark, sodass keine einheitliche Aussage dazu getroffen werden kann. Verbindliche Informationen hierzu erhalten Sie bei der Tourismusinformation vor Ort.

Informationen zu öffentlichen WC`s

Nicht alle öffentlichen Toiletten sind auch mit einem Rollstuhl frei zugänglich. Für behindertengerechte Toiletten wird oftmals ein sogenannter Euroschlüssel benötigt. Dies ist ein Schlüssel für über 12.000 behindertengerechte Sanitärbereiche in ganz Europa und wird vom CBF herausgegeben. Gegen Vorlage der notwendigen Unterlagen und einer Bearbeitungsgebühr können diese beantragt werden. In manchen Baderorten ist es auch möglich, sich den Euroschlüssel für den Reisezeitraum auszuleihen. Für weitere Informationen diesbezüglich, empfiehlt es sich direkt bei der Tourismusstelle des Ortes anzufragen. Diese kennt auch alle behindertengerechten Toiletten vor Ort, die auch ohne einen Euroschlüssel zugänglich sind.

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