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Kraniche auf einem Feld in Vorpommern
Der Zug der Kraniche ist ein Erlebnis der besonderen Art & auch bedrohte Vogelarten leben hier

Den größten zusammenhängenden Nationalpark an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern macht die Vorpommersche Boddenlandschaft aus. Sie erstreckt sich von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bis hin zur Insel Rügen und nimmt in ihren Dimensionen weite Teile von Boddengewässern und Ostsee ein. Insgesamt ergibt sich mit den Land- und Wasserflächen eine Ausdehnung vom 800 qkm. Der Nationalpark ist damit eines der wenigen Großgebiete in Mitteleuropa, die ihre Natürlichkeit bis heute bewahren konnten. In ihm finden wir eine besondere Landschaftsform, die sich aus dem stetigen Wechselspiel von Küste und Meer ergibt: Strände und Dünen, Kliffs und Moore, Wattgebiete und ein vielgestaltiges Flachwasserökosystem.
Gerade der jahreszeitliche Wechsel ist hier besonders deutlich spürbar, denn die Küste ist einem permanenten Verwandlungsprozess aus Wachstum und Landverlust unterworfen. Die Boddenlandschaft wurde dennoch zum wichtigen Lebens- und Schutzraum für vielfältige Arten: Rotwild, Robben, zahlreiche Zugvögel, Seeadler und sogar selten gewordene Vertreter der Schweinswale. Jährlich verweilen rund 60.000 Kraniche auf dem größten Rastplatz Mitteleuropas. Auch dies ist ein besonderes Schauspiel, das ohne den Schutz der Landschaft und einem freiwilligen Rückzug des Menschen aus bestimmten Kerngebieten gefährdet wäre. Dies können im Rahmen des „sanften“ Tourismus in jeder Saison zahllose Besucher auf geführten Wanderungen erleben.

Fauna im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Hunderte Vogelarten halten sich ständig oder zeitweise im Nationalpark auf. 67 der Vogelarten, die hier brüten, stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Watvögel, Gänse und Schwäne sind nur einige der unzähligen Vögel aus nördlichen Gebieten, die in den Gewässern des Nationalparks leben. Bekannt ist der jährliche Zug der Kraniche.

Der Seeadler

Der Seeadler ist ein sehr großer Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen aus Mitteleuropa. Seeadler erreichen eine Körperlänge von 74 bis 92 cm und eine Flügelspannweite von 193 bis 244 cm. Der Seeadler ernährt sich vor allem von Fischen und Wasservögeln. Seeadler wurden im Rahmen der allgemein praktizierten Verfolgung aller Greifvögel ab Mitte des 17. Jahrhunderts intensiv verfolgt und bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Westeuropa ausgerottet. Bis 1993 galt der Seeadler als „gefährdet“, ab 2005 wurde er auf „nicht gefährdet“ heruntergestuft.

Der Höckerschwan

Der Höckerschwan (Cygnus olor) ist eine Vogelart, die innerhalb der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Schwäne (Cygnus) und zur Unterfamilie der Gänse (Anserinae) gehört.
Die Körperlänge des Höckerschwanes kann bis zu 160 Zentimetern erreichen. Das Alter liegt zwischen 16 und 20 Jahren. Die Gesamtpopulation des Höckerschwans wird von der IUCN auf 600.000 bis 620.000 Tiere geschätzt. Die Art gilt als ungefährdet.

Die Zwergseeschwalbe

Die Zwergseeschwalbe (Sterna albifrons) ist mit einem Gewicht von 45 g und einer Länge von 20 cm die kleinste und bei uns seltenste Seeschwalbe. Sie führt wie die meisten Seevögel eine monogame Saisonehe. Einige Vögel bleiben über viele Jahre verpaart. Die Zwergseeschwalben leben in den Flachwasserbereichen vor der Küste und auch an langsam fließenden Flüssen. Die Nahrung besteht aus kleinen Fischen, Krebstieren, Muscheln, Schnecken und manchmal auch aus Insekten. Die Zwergseeschwalbe ist in Europa, Asien, Nordamerika, Australien verbreitet. In Europa kommt sie an allen südlichen und westlichen Küsten – nördlich bis nach Südskandinavien/ Finnischer Meerbusen vor. In Deutschland gilt die Art als vom Aussterben bedroht.

Die Zebraspinne

Die Zebraspinne (Argiope bruennichi) (auch Wespenspinne, Tigerspinne oder Seidenbandspinne) ist eine Spinne aus der Familie der Echten Radnetzspinnen. Wegen der Größe und Auffälligkeit wurde die Zebraspinne 2001 zur Spinne des Jahres gewählt. Männchen erreichen eine Körperlänge von sechs Millimetern, während Weibchen mit bis zu 25 Millimetern deutlich größer sind. Bei den Weibchen fällt das gelb-weiß gestreifte Opisthosoma (Hinterleib) auf, welches mit schwarzen Querbändern wespenähnlich gezeichnet ist. Nach der Paarung wird das Männchen sofort vom Weibchen eingesponnen.

Die Kreuzkröte

Die Kreuzkröte ist ein Froschlurch aus der Gattung der Echten Kröten innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae). Das Verbreitungsareal dieser Art befindet sich in West-, Mittel- und Nordosteuropa von der Iberischen Halbinsel über die Südspitze Schwedens bis ins Baltikum und nach Weißrussland. Die Kreuzkröte kann man in Deutschland in weiten Teilen antreffen. Bevorzugter Lebensraum der Kreuzkröten sind die staubtrockenen Dünen. Den Tag verbringt sie meist eingegraben im Sand.
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz gilt diese Art als „streng geschützt“.

Europäischer Mufflon

Der Europäische Mufflon (Ovis orientalis musimon), kurz Muffel genannt, ist die westlichste und kleinste Unterart des Mufflons. Ursprünglich war er nur auf den Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien verbreitet. Er ist auch in zahlreichen Gegenden Europas eingeführt worden. Der Mufflon gilt als Vorfahr des Hausschafs. Der Europäische Mufflon lebt in den gebirgigen Landschaften. Meist leben die Weibchen und Mänchen getrennt. In der Paarungszeit sind unter den Weibchenherden auch Männchen. Das Verbreitungsareal ist heute in Frankreich, Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Kroatien und Bulgarien.

Die Sandklaffmuschel

Die Sandklaffmuschel (Mya arenaria) gehört zu den häufigsten Muscheln des Wattenmeeres und kann bis zu 15 cm groß werden. Sie gilt in den USA als Delikatesse, in Europa wurde sie nur in Notzeiten gegessen. In Europa ist sie heute vom nördlichen Norwegen und Island südwärts bis in die Biscaya verbreitet. Man findet sie an der Ostsee und am Schwarzen Meer. Wenn man versucht, zwei passende Schalen zusammenzusetzen, wird man sehen, dass ein Spalt offen bleibt. Die Muschel klafft auseinander, deshalb heißt sie auch Sandklaffmuschel.

Die Kegelrobbe

Die Kegelrobbe (Halichoerus grypus) ist neben dem Seehund die zweite an deutschen Küsten verbreitete Robbenart und ist das größte freilebende Raubtier Deutschlands (bis zu 300 kg). Kegelrobben kann man von Seehunden schon anhand ihrer Größe unterscheiden, weil sie doppelt so lang und bis zu dreimal so schwer sind. Kegelrobben können bis zu 140 Meter tief tauchen. Ein Tauchgang dauert ca. 20 Minuten. Die Ostsee-Kegelrobbe (H. g. balticus) gilt als eigenständige Unterart. Die Lebenserwartung beträgt meist zwanzig Jahre, in seltenen Ausnahmefällen bis zu 46 Jahre. In Deutschland gehört diese Art zur Roten Liste und wird als sehr gefährdet beurteilt.

Das Wildschwein

Das Wildschwein (Sus scrofa) gehört zur Familie der altweltlichen oder echten Schweine (Suidae) aus der Ordnung der Paarhufer. Ein ausgewachsenes Wildschwein kann eine Länge bis 1,80 m, eine Schulterhöhe bis 1,15 m und ein Gewicht bis 350 kg erreichen. Besonderes Merkmal der erwachsenen Männchen sind die unteren Eckzähne, die in Ausnahmefällen eine Länge von bis zu 30 cm erreichen können. Wildschweine sind Allesfresser und nehmen eigentlich jede erreichbare, energiereiche, tierische und pflanzliche Nahrung zu sich. Dazu zählen essbare Wurzeln, Würmer, Engerlinge, Mäuse, Schnecken und Pilze. Durch übermäßige Bejagung in weiten Teilen Norddeutschlands war das Wildschwein vor 100 Jahren verschwunden. Heute ist das Wildschwein auch außerhalb des Nationalparks wieder ein häufiges Wildtier.

Der Kormoran

Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist eine Vogelart aus der Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae). Der Kormoran lebt in großen Teilen Europas, Asiens und Afrikas, auch in Australien und Neuseeland sowie in Grönland und an der Ostküste Nordamerikas. Früher wurden Kormorane in China und Japan zum Fangen von Fischen gezähmt, was auch heute noch praktiziert wird. Dank eines Halsrings wird das Schlucken der Fische so verhindert. Sie werden nach dem Fang auf dem Boot wieder ausgespuckt.

Flora im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Die Flora des Nationalsparks Vorpommersche Boddenlandschaft ist sehr vielfältig. Hier kommen solche Pflanzen vor, die in trockensten Dünenstandorten, Laubwäldern und an den Küsten anzutreffen sind. Es leben hier besondere Arten wie Grasnelke, Nelken-Sommerwurz oder auch Wacholder.

Die Waldkiefer

Die Waldkiefer (Pinus sylvestris) ist eine Pflanzenart in der Gattung der Kiefern (Pinus) aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Die Waldkiefer ist ein schnellwüchsiger immergrüner Nadelbaum, dessen Wipfelhöhe bis 48 m und Stammdurchmesser bis zu 1 m erreichen kann. Ihr maximales Alter beträgt ca. 600 Jahre. Das Hauptverbreitungsgebiet umfasst Europa bis weit nach Sibirien.

Das Sumpf-Blutauge

Das Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fingerkräuter (Potentilla) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Das Sumpf-Blutauge ist eine krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60 cm erreicht. Ihr verholztes Rhizom, von dem die blühenden und nichtblühenden Sprossachsen abzweigen, kann 1 Meter lang werden. Die Pflanze ist in Europa, Sibirien, Island, Grönland und Nordamerika verbreitet.

Der Gemeine Wacholder

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis), auch Heide-Wacholder genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung Wacholder aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) gehört. Der Gemeine Wacholder wächst als aufrechter bis kriechender Strauch oder kleiner Baum, der Höhen bis zu 12 Meter, maximal bis zu 18,5 Meter erreichen kann. Der Baum kann in Nordamerika, Südgrönland, Nordafrika, Europa, Vorderasien, Nordasien, Zentralasien und Ostasien gefunden werden. In Norddeutschland gibt es nur wenige Naturstandorte. Einer davon befindet sich im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

Die Strand-Grasnelke

Die Strand-Grasnelke (Armeria maritima) ist keine Nelke. Sie gehört zur Familie der Bleiwurzgewächse (Plumbaginaceae). Der wissenschaftliche Name “Armeria” kommt aus dem keltischen und heißt “Am Meer”. Sie ist ein typisches Florenelement der Salzwiesen an der Meeresküste. Die Strand-Grasnelke kann bis zu 50 cm Wuchshöhe erreichen. Ihre Hauptblütezeit hat die Strand-Grasnelke von Ende Mai bis Ende Juni. Die Grasnelke kommt in Norddeutschland sowohl an der Nordsee- als auch an der Ostseeküste vor. Im Binnenland sind sie sehr selten zu beobachten. Deshalb ist sie mit ihren Unterarten auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands und gilt als „gefährdet“.

Die Nelken-Sommerwurz

Die Nelken-Sommerwurz (Orobanche caryophyllacea), auch Gewöhnliche Sommerwurz oder Labkraut-Sommerwurz genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Sommerwurzen (Orobanche) in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). Die Pflanze kann 10 bis 60 cm Höhe erreichen. Die Sommerwurz ist ein Parasit, der auf Rötegewächsen parasitiert. Der Stängel ist gelblich oder lila gefärbt. Die Blüten riechen stark nach Gewürznelken. Sie kommt in Europa und in Westasien vor. Sie wächst auf Wiesen und wärmebegünstigten Säumen, Wald- und Wegesrändern. Die Nelken-Sommerwurz ernährt sich vollparasitisch. Sie zapft die Wurzeln des Labkrauts an und stiehlt so die Assimilate.

Der Körner-Steinbrech

Der Körner-Steinbrech (Saxifraga granulata), auch Knöllchen- oder Körnchen-Steinbrech genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung Steinbrech in der Familie der Steinbrechgewächse gehört. Der Körner-Steinbrech wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen meist 15 und 40 cm. Die Blütezeit dauert von Mai bis Juni. Das Verbreitungsareal ist das westliche und mittlere Europa. Dabei gibt es über weite Strecken auch Areallücken, darunter in Teilen des nordwestdeutschen Tieflands und der Alpen. Beim Körner-Steinbrech lässt sich leider ein starker Rückgang beobachten. In weiten Landstrichen Norddeutschlands ist er bereits verschwunden. Er gilt in der Roten Liste des Landes Mecklenburg-Vorpommern als „gefährdet“. Nach Naturschutzrecht ist er besonders geschützt.

Der Gewöhnliche Strandflieder

Der Gewöhnliche Strandflieder (Limonium vulgare), auch Halligflieder genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Bleiwurzgewächse.
Der Gewöhnliche Strandflieder ist eine kennzeichnende Pflanzenart der Salzwiesen. Sein Hauptvorkommen besitzt er in Salzpflanzenfluren. Er kann auch in Spalten im Spritzwasserbereich der Küstenschutzbauten vorkommen. Er bevorzugt salzhaltige, sandige, tonige oder schlickige Böden. In Deutschland ist er nur an den Küsten und den vorgelagerten Inseln der Nord- und Ostseeküste anzutreffen. Der Gewöhnliche Strandflieder wird in der Roten Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands als gefährdet eingestuft.

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